Aktuelles
Kinderschutzkonzept
Kurzfassung
Absicht und Ziele
Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem Kinder, Lehrpersonen und anderes schulisches Personal sicher und vor Gewalt möglichst geschützt zusammenarbeiten und sich entwickeln können. Die Verantwortung dafür tragen alle am Schulleben beteiligten Personen gemeinsam und wirken mit, so gut sie können.
Unser Konzept hat folgende hauptsächliche Ziele:
·Die Gewaltrisiken für Kinder und Jugendliche sowie alle am Schulleben beteiligten Personen werden minimiert.
·Maßnahmen zum Kinderschutz und zur Prävention werden im Konzept thematisiert, sind Teil des gelebten Schulalltags und allgemein zugänglich.
·Klare Regeln für das Verhalten Erwachsener gegenüber Kindern und von Kindern untereinander sind vereinbart und dokumentiert.
·Der Schulstandort wird als Institution wahrgenommen, die den Schutz vor Gewalt aller am Schulleben beteiligten Personen ernst nimmt.
·Klare Hinweise zu zielführendem Vorgehen bei (vermuteter) Kindeswohlgefährdung sind vorhanden und jederzeit verfügbar.
·Eine Übersicht über beratende Institutionen, Behörden und Hilfsorganisationen ist vorhanden, sodass Kontakt schnell aufgenommen werden kann. Ebenso gibt es Informationen über verschiedene Arten der Kindeswohlgefährdung und deren Dynamiken sowie zu rechtlichen Grundlagen.
Es ist nicht genug, Schülerinnen und Schüler zu stärken. Das ist ein wichtiger Teil des Kinderschutzes, aber auch eine schulische Struktur muss sichergestellt sein, die Abläufe und Möglichkeiten für ein achtsames Miteinander lebendig hält.
Das Kinderschutzteam und seine Aufgaben
An unserer Schule gibt es ein Kinderschutzteam, das zusammen mit der Schulleitung mit dieser Agenda befasst ist. Ab dem Schuljahr 25/26 besteht es aus Fr. Doris Eder, Fr. Mag. Margot Meidl und Fr. Özlem Aydin.
Die beiden wesentlichen Aufgaben des Kinderschutzteams sind:
Zum einen soll es das Thema Kinder- und Jugendschutz am Standort „lebendig“ halten und die präventiv gesetzten Maßnahmen kontinuierlich evaluieren sowie weiterentwickeln.
Zum anderen unterstützt es die Schulleitung bei Interventionen im Krisenfall.
Kinderschutz als Teil des Schulalltags
• Gute Präventionsarbeit besteht neben beständiger Wachsamkeit und Verhaltensklarheit in „heiklen“ Situationen aus einem grundsätzlich täglich gelebten möglichst respektvollen und wertschätzenden Umgang aller gegenüber Kindern und Erwachsenen, weiters aus darauf ausgerichteten Unterrichtseinheiten und – sofern möglich – aus geeigneten Workshops von externen Anbieter:innen.
• Grundlage dafür ist, dass an unserer Schule abwertendes Verhalten, Verachtung, Diskriminierung und Ausgrenzung keinen Platz haben, egal ob mit Worten oder Gesten, egal ob dieses systematisch (Mobbing) oder unstrukturiert erfolgt, egal welche Herkunft, Sprache, Religion oder Geschlecht eine Person hat. Lehrer:innen und Freizeitpädagog:innen thematisieren das im Unterricht und in der Nachmittagsbetreuung in pädagogisch geeigneter Weise und im erforderlichen Ausmaß.
• Geeignete Themen zur Präventionsarbeit sind beispielsweise:
1. Stufe und Vorschulstufe: Wir sind eine Gemeinschaft und respektieren einander, Gefühle benennen, erkennen und aussprechen – als Beitrag zum Eigenständigsein
2. Stufe: Grenzen wahrnehmen und akzeptieren, im sozialen Umgang und bei Berührungen
3. Stufe: emotional gesunde Beziehungen sind gleichberechtigt, Internet und soziale Medien
4. Stufe: mein Körper, Sexualität, soziale Medien
Auf allen Schulstufen: Kinderrechte, Gefühle erkennen und benennen, Grenzen ziehen und respektieren
Verhaltenssicherheit in „heiklen“ Situationen des Schulalltags
„Heikle“ Situationen können im Schulalltag oft auftreten. Eigentlich sind sehr viele davon ein Teil des pädagogischen Alltags oder können es jederzeit werden, z.B. unabsichtliches, ungewolltes Berühren einer anderen Person, besondere emotionale Situationen (etwa wenn jemand traurig ist), oder wenn ein Kind (Erste) Hilfe braucht, etc.
Genau weil solche "heiklen Situationen" im Schulalltag absehbar sind, ist es zielführend und wichtig, vorab gute und sinnvolle Handlungsweisen zu überlegen und zu verschriftlichen, damit gegebenenfalls die private Sphäre des Kindes bzw. der Kinder am besten gewahrt werden kann.
Für Lehrer:innen und Pädagog:innen entsteht dadurch auch Handlungssicherheit.
Im Grunde genommen geht es hier weitgehend um Fragen von Nähe und Distanz. Ein wichtiger Grundsatz ist für uns dabei Transparenz, das heißt, dass über solche Situationen geredet wird, dass sie keineswegs tabu sind.
Als „heikel“ im Schulalltag gelten neben den oben bereits genannten auch bestimmte räumliche Situationen, wie Toiletten oder Turnsaalgarderoben, wo Kinder nicht gestört werden sollten, weiters die Kontaktgestaltung zwischen Schule, Kindern und Elternhaus, die Formen der elektronischen Kommunikation, oder beispielsweise auch die besondere Situation durch das Übernachten auf mehrtägigen Schulveranstaltungen.
Damit ein Kind Hilfe finden kann …
Zu den besonderen „heiklen“ Situationen gehört auch Wachsamkeit, wenn wir Hinweise auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung wahrnehmen, egal wo wir diese vermuten.
Wir gehen proaktiv mit Beobachtungen, Erzähltem oder sonst Erfahrenem um, wenn solches auf eine Kindeswohlgefährdung hindeuten könnte. Hinweise darauf sprechen wir klar an, beraten uns mit Kolleg:innen darüber und setzen gegebenenfalls die erforderlichen Schritte.
Wenn wir das Gefühl haben, ein Kind möchte uns eine wichtige Mitteilung machen, sind wir aufmerksam. Bei Bedarf holen wir erforderliche Informationen ein und prüfen Sachverhalte.
Dass Kinder über ihre Rechte Bescheid wissen, auch dass sie ehrliche Antworten auf gestellte Fragen bekommen, und ein Klima, in dem es erlaubt ist, auch vertrauensvoll über Tabuthemen zu reden, sind für uns Voraussetzungen dafür, dass sie sich Hilfe holen können, wenn sie Gewalt oder Gefährdung erleben. (Vgl. dazu das oben unter Kinderschutz als Teil des Schulalltags Gesagte.)
Den Kindern, aber auch Familien unserer Schüler:innen, ist fast immer das gesprochene Wort näher als das geschriebene. Weil nicht alle gut Deutsch können, achten wir im Alltag besonders auf jene, die sich nicht so gut ausdrücken können, denn sie brauchen eine besonders große Vertrauensbasis, um sich mitteilen zu können.
Für weitere Informationen: Bitte wenden Sie sich an Schulleitung, Klassen-lehrer:in oder jede andere Lehrerin/ jeden anderen Lehrer der Schule.
(Stand: Dezember 2025)